Die Dörfer
Paradiese der Ruhe – die Dörfer rund um Ylläs
Die ersten Siedler kamen über das Wasser, kolonialisierten die Urwälder und sanften Täler des westlichen Lappland über die Flüsse und Seen, lange, bevor es Strassen gab. Ylläsjärvi am Südufer des Fjälls ist so ein Ort - der erste urkundlich erwähnte Hof wurde hier im Jahre 1771 steuerpflichtig gemacht, Helsinki war damals noch ein Fischerdorf. Der fischreiche See, die weiten Jagdgründe lockten die Siedler auch auf die Nordseite des Fjälls, nach Äkäslompolo. Die Gegend um das Dorf war schon in der Steinzeit bewohnt, doch erst Ende des 17. Jahrhunderts wurden hier die ersten Bauern sesshaft - das Tano-Haus mitten in Äkäslompolo zeugt noch von dieser Pionierzeit. Und schon in den 1930ern kamen die ersten "Touristen“, angezogen von der Schönheit der Fjälls und in Rentierschlitten.
Zu jener Zeit waren die Wege von einer Siedlung zur nächsten noch tagelange Wanderungen über Marschen, auf Hohlwegen, einem Saumpfad. Das riesige Moor von Kolari, der Teuravuoma südlich von Kurtakko, war mit einem Netz von Plankenwegen und Heuschobern überzogen. Auf denen ging es zur Ernte, zum Markt oder zum Tanz ins Dorf Venejärvi - wo übrigens noch heute aktiv Rentierwirtschaft betrieben wird! Der Besuch der dortigen Rentierfarm und des ahnreichen Reitstalles lohnen jederzeit diesen Abstecher ins südlich von Ylläs gelegene Dörfchen. Holzknechte flössten zur Schneeschmelze die mächtigen Baumstämme über den See ins Nachbardorf Vaattojärvi, wo heute noch jeden Sommer im Starndpavillon zum Tanz aufgespielt wird und sich Jung und Alt treffen. Und in der ehemaligen Hauptstadt des ganzen Bezirks, in Sieppijärvi, erzählt das Heimatmuseum oder kotimuseo - ein uralter, bewahrter Bauernhof - vom Leben der Siedler in Lappland, wie es früher war.
Wo etliche der kleinen Ansiedelungen noch heute mit einer lebendigen Infrastruktur, kleinen Dorfschulen, Geschäften und innovativem Handwerk auf ihrem Existenzrecht bestehen, liegt auch der ganze Reichtum des ländlichen Lappland – gespiegelt in den ochsenblutroten Fassaden der ahnreichen Höfe. Es gibt viel zu entdecken in den kleinen Dörfern rund um Ylläs, und die offene, gastfreundliche und unkomplizierte Art ihrer Einwohner macht sie, obgleich nur kleine Punkte auf der Karte, zur wahren Seele unseres Bezirks.





