Beeren und Pilze
Zu jeder Wanderung gehört dem Lappländer ein Feuer. Rund um den Fjäll finden sich Dutzende gepflegte Raststellen, an denen ausserhalb der trockenen Sommerwochen das Feuermachen erlaubt ist. Und im Vorbeigehen die Erfrischungen des Waldes nicht übersehen: Das Pflücken der Moltebeeren, der Blau- und Preiselbeeren oder schmackhafter Pilze ist jedermann gestattet, dafür bürgt in Finnland das sogenannte Jedermannsrecht.
Die Moltebeere - auf Finnisch hilla genannt - gleicht im Wuchs einer Brombeere, und sie gedeiht nur auf den sumpfigen Wiesen und Mooren im äussersten Norden Europas. Sie wächst am Stiel einer einzelnen Pflanze, reift als erste der Waldbeeren des Nordens schon im Juli heran und hat ausgereift eine satte, gelborange Farbe und einen süssen Geschmack - die roten Früchte sind noch unreif!
Die Blaubeere - mustikka - ist im August an der Reihe, sie gedeiht auf trockeneren Böden in den Kiefern- und Fichtenwäldern. Später, im September, mag der Waldboden von roten Pünktchen übersät zu sein scheinen, dann ist es Zeit, sich mit den herrlich bittersüssen Preiselbeeren - in Finnland puolukka genannt - einzudecken. Die ersten Nachtfröste können den Früchten übrigens nichts anhaben, sondern machen die Preiselbeeren noch um einiges schmackhafter.
Und schon im Hochsommer gedeiht in den Wäldern und Tälern rund um Ylläs eine sagenhafte Variation an Pilzen, Morcheln und Schwammerln. Hier lohnt es sich, einen guten Naturführer mitzubringen, im Spätsommer werden auch geführte Pilz-Wanderungen organisiert. Wer sich übrigens nicht ganz sicher ist, ob die gefundenen Schätze wohl essbar sind - in den lokalen Gaststätten, wie etwa im Pihvikeisari in Ylläsjärvi und im Ylläshumina in Äkäslompolo, gehören diese Schätze der Natur immer zum Speiseplan, und Auskunft wird gerne erteilt. Zu den exotischen Spezialitäten Lapplands gehört übrigens der Morchel-Pilz, der unbehandelt genossen tödlich giftig sein kann - aber mittels dreimaligem Auskochen zur Köstlichkeit veredelt wird.
Mehr Information und gute Bücher zum Thema finden Sie im Naturzentrum Kellokas in Äkäslompolo.








